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Gamelan Ensemble 
Gamelan

Gamelan Ensemble danau madu

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Die Gamelanmusik aus Java und Bali ist in ihrer Heimat sowohl an den Fürstenhöfen als auch im dörflichen Leben tief verwurzelt. In der westlichen Musik des 20. Jahrhunderts hat die Gamelanmusik immer wieder Komponisten fasziniert und inspiriert und auf die amerikanische Minimal Music großen Einfluss gehabt. Niemand kann sich der Faszination der von Gongs und Metallophonen getragenen warmen, vollen und runden Klangwelt entziehen. Mit wunderschönen Originaldekorationen und -kostümen versetzt das Kölner Ensemble danau madu seine Zuhörer nicht nur musikalisch, sondern auch visuell in die Traumwelt Indonesiens.

Mit ihrem geheimnisvollen Klang von Gongs und Metallophonen gehört die Gamelan-Musik aus Java und Bali zu den bedeutendsten Musikkulturen der Welt. Seit mehr als 1500 Jahren ist sie die traditionelle Begleitmusik zu Schattentheater und Tanz, und an den Fürstenhöfen ist sie ebenso tief verwurzelt wie bei der Dorfbevölkerung. „Gamelan“ bedeutet soviel wie „anfassen“. Ein Gamelan besteht in der Hauptsache aus bronzenen Metallophonen, Gongs, Kesselgongspielen und Felltrommeln. Die Instrumente werden auch heute noch nach strengen traditionellen Regeln von Hand gefertigt. Die Trommeln (Kendang) bestimmen den Rhythmus der Musik und folgen den Bewegungen der Tänzer oder Wayang Kulit-Puppen. Kleine Ensembles mit vier Musikern spielen beim Wayang Kulit-Schattentheater, das größte Ensemble mit bis zu 40 Musikern spielt bei Tempelfesten und großen Familienfeiern. Anders als bei westlichen Orchestern hat jedes Gamelan seine eigene individuelle Stimmung. Die Instrumente eines Gamelan können daher nicht beliebig gegen die eines anderen Gamelan ausgetauscht werden. Auch innerhalb des Ensembles werden die Instrumente in einer leichten Dissonanz „gegeneinander“ gestimmt. Hierdurch entsteht der charakteristische obertonreiche Klang. Für die Menschen von Java und Bali besitzt ein Gamelan eine Seele und verfügt über magische Kräfte. Die Spiritualität der Musik fließt in den Tanz, das Schattenspiel, die Hochzeiten und Feste ein. Jeder einzelne Musiker dient dem Ensemble, niemand tritt solistisch hervor. Was zählt, ist allein die Innigkeit des Vortrags und die Harmonie des Zusammenspiels. Der besondere Reiz der Gamelan-Musik liegt in ihrer komplexen rhythmischen Struktur, wobei sich die ruhige, getragene Weise des javanischen Stils deutlich von den schwirrenden Kaskaden des temperamentvollen balinesischen unterscheidet.
Ein breites westliches Publikum lernte die javanische Gamelan-Musik erstmals Ende des 19. Jahrhunderts auf den Weltausstellungen in Amsterdam, Paris und Chicago kennen.
Als einer der ersten westlichen Komponisten war Claude Debussy, der die Musik bei der Weltausstellung in Paris hörte, so fasziniert, dass die rhythmischen und melodischen Strukturen Eingang in seine späteren Kompositionen gefunden haben. Das unablässige Wiederholen kleiner musikalischer Zellen, Muster oder Pattern, wie es der Gamelan-Musik eigen ist, wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem zum Markenzeichen der Minimal Music: kurze Motive, die beständig um sich selbst kreisen, sich dabei fast unmerklich verändern oder gegeneinander verschieben. Während Terry Riley und La Monte Young sich vor allem mit indischer Musik beschäftigten, studierte insbesondere Steve Reich im Sommer 1970 zunächst westafrikanische Perkussionsmusik in Ghana und drei Jahre später balinesische Gamelan-Musik bei der American Society for Eastern Arts in Seattle und in Kalifornien. Zur Offenheit dieser neuen Generation amerikanischer Musiker gegenüber nicht-westlichen Musikkulturen, die ihnen in Europa den Vorwurf des „Exotismus" einbrachte, äußerte sich Steve Reich: „Ich finde, dass man sich nur auf diesem Wege der nicht-westlichen Musik nähern kann. Indem man das Spiel und dessen Regeln lernt, gelingt es einem, das, was man spielt, zu analysieren, und man entdeckt ganz andere rhythmische Systeme, andere Tonsysteme und natürlich für uns ganz neue Instrumentaltechniken."

In Kooperation mit dem Künstler Verein Malkasten.

21.9. | 21 Uhr
Malkasten, Theatersaal | Jacobistraße 6a
€ 12 (8)